Halber Tag

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Bachputzete

Die Klasse nimmt sich einen Bachabschnitt vor, der nach einem Hochwasser vom Ufer her von Unrat und angeschwemmtem Fremdmaterial gereinigt wird.

Die gefundenen Gegenstände, die der Bach durch ein Hochwasser mitgenommen hat, befinden sich nun meist verfangen in der Vegetation am Ufer. Man kann daran auch erkennen, wie hoch der Bach angeschwollen war zur Zeit des Hochwassers.

Von den Fundstücken können nach Material sortierte Haufen gemacht und diese fotographisch dokumentiert werden.

Neophyten dezimieren helfen

Entlang vieler Bachläufe breiten sich fremdländische, invasive Pflanzen, sogenannte Neophyten, aus. Diese kann die Klasse in Absprache mit dem Neophytenverantwortlichen der Gemeinde (auf der Gemeinde nachfragen) durch einen Arbeitseinsatz einschränken helfen.

Biologische Gewässergütebestimmung

Idee

Die Idee Biologische Gewässergütebestimmung zeigt auf, wie während einem Halbttag mit der Klasse an einem Fliessgewässer die Wasserqualität bestimmt werden kann. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie die Resultate der biologischen Gewässergütebestimmungsmethode zu bewerten sind und verfassen einen Bericht ihrer Ergebnisse.

Immer der Nase nach

Die Idee besteht in einer Velotour begleitend zur Thurrevitalisierung – 2. Thurkorrektion.

Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung als Ziel der 2. Thurkorrektion:  der Hochwasserdamm kann als Radweg direkt am Gewässer genutzt werden, die flusstypische Vegetation wurde gefördert, das Flussbett saniert  – mit etwas Glück kann man heute wieder einen Nasenschwarm aufstöbern, der unterwegs zu Laichplätzen flussaufwärts strebt.

Exkursion in die Seebucht von Arbon

Vom gesamten Umfang des Bodensees, 273 km, sind nur etwa 20% natürlich, 20% naturnah. 34 km vom Gesamtumfang des Sees wurden bisher renaturiert, also wieder "zurückgebaut".

Was heisst hier natürlich? Wie war der Zustand, bevor ihn Menschen genutzt haben? Heute herrschen vielerorts Verbauungen vor, die dem See an Fläche zur Regeneration fehlen. Die Flachwasserzone, die beim grossen Becken des Obersees ohnehin nur ein schmaler Streifen ist, hat enorme Bedeutung für den Stoffhaushalt des Sees.

Gewässer-Pendelband erstellen

Idee
 

Die Klasse misst die entlang eines Bachabschnittes die Breite der Bachsohle und steckt mit Pflöcken oder mit Bändern den Rand des Pendelbandes aus und fotografiert die Situationen. Sie trägt ihre Erkenntnisse auf eine Karte ein und beschreibt, was man machen müsste, um diesen Gewässerraum schaffen zu können. Wo wäre er leicht(er) zu erreichen, wo wird es kaum gehen?

 

Über den Bach hinaus: Wasserwege

Möglicher Anlass / Kontext

Diskussion über Hochwassergefahr in der Gemeinde

Vorkenntnisse

Verhalten des Wassers in Bezug auf die Schwerkraft

Fächer

Geografie, Physik

Stufe

Sekundarstufe I E (G)

Orte

am Bach / vor Ort, im Gemeindegebiet

Dauer

Halber Tag

Methode

Deduktiv: Wasser und sein Strömungsverhalten studieren. Erkenntnisse auf eine konkrete Situation anwenden.

Material

Gemeindeplan, Schreibmaterialien, topografischer Plan

Leitziele gemäss Lehrplan Thurgau

Realien Geografie

Raum um uns: Die Schüler und Schülerinnen lernen Orientierungsverfahren kennen und erweitern ihre geographischen Kenntnisse. Die Orientierung beginnt im persönlichen Umfeld.

Leben auf der Erde: Die Schüler und Schülerinnen werden darauf aufmerksam, dass Naturereignisse und Lebensformen von geographischen Begebenheiten geprägt und beeinflusst werden.

Realien Naturlehre

Vom Mensch geschaffen: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit entwickeln, komplizierte Naturvorgänge modellhaft zu erfassen. 

Raum um uns: Die Schüler und Schülerinnen nehmen die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung wahr und können Phänomene und Probleme erkennen.

Lernziele

  • Das Strömungsverhalten von Wasser in verschiedenen Situationen (Gerade, Kurve, Engpass etc.) beschreiben können.
  • Die Topografie im Umfeld des Baches und von Engstellen kennen lernen und mögliche Ausbreitungswege des Hochwassers abschätzen können.
  • Den Umgang mit topografischen Karten üben.
  • Kennenlernen von wissenschaftlichen Methoden.
     



Ablauf

0) Vorexkursion des Lehrers / der Lehrerin, um Bach- und Hochwassersituationen, wo Wasser über die Ufer treten kann, zu erkennen, bzw. Kontakt zur Gemeinde aufzunehmen.

  1. Input in Physik über das Verhalten von Wasser bezüglich Schwerkraft. 
    Durchführen von einfachen Wasserversuchen: schiefe Ebenen mit kleinem Relief, mit und ohne Objekten, die im Wege stehen, evt. Arbeiten mit Lehm: Bau eines künstlichen Bachlaufes zur Beobachtung von Strömungsverhalten.
  2. Studium das Bachlaufes auf einer topografischen Karte.
    Abschätzen
    möglicher Hochwasserübertrittsstellen und der möglichen Wege, die das Wasser ausserhalb des Bettes nehmen könnte. 
    Planen einer Begehung.
  3. Aufsuchen von Stellen, an denen Wasser über die Ufer strömen könnte: oberhalb und in der Siedlung. Begehen der Abschnitte von der theoretischen Austrittsstelle bachabwärts. Erkunden. Fotografieren.
  4. Nochmaliges Aufsuchen der theoretischen Austrittsstelle: In Gruppen bewegen sich die Schülerinnen und Schüler durch das Gelände und / oder durch die Siedlung auf den 'Wegen', die wahrscheinlich auch das Wasser nehmen würde. Die Gruppen halten ihre Route und ihre Einschätzung der Ausbreitung des Wassers (Fläche, Strömungsrichtung) auf einer Karte fest.
  5. Im Schulzimmer: Zusammenführen der Erkenntnisse der einzelnen Gruppen. Darstellen der Feldstudien auf einem gemeinsamen Plan. Diskussion, wie man die Erkenntnisse (wissenschaftlich) überprüfen könnte.
  6. Persönliches Treffen mit Planungs-ExpertIn und GemeindekennerIn. Vorstellen des Kartenwerks der Klasse. Reaktion der / des ExpertIn. Würdigung der Schülerarbeit. Facheinschätzung des Hochwasserverhaltens. Vorstellen von Verfahren, wie Prognosen erarbeitet werden (Topografische Modelle, Erfahrungen aus früheren Ereignissen) und welche Aussagegenauigkeit sie haben.
  7. Fotografieren der Schülerpläne und mit Fotos der Begehung und kurzem Beschrieb aufschalten in www.bachseefluss.ch .

Nützliche Informationen aus www.bachseefluss.ch:

5.1 Erhebung der Grundlagen für Planungen und Projekte
5.2 Die Naturgefahrenkarte
Gefahrenhinweiskarte CD  
Infoblatt 5.2: Daten zum Wasser: Vom Niederschlag bis zum Abfluss

Begriffe zu Naturgefahren

Kompetenzen

Dispositionsziele:
Fähig sein, selber Erkenntnisse zu gewinnen und kritisch zu hinterfragen.
Fähig sein, im Thema Hochwasser-Verhalten bezüglich Grundlagen in differenzierter Weise mitreden zu können. 
Fähig sein, die in Modellen erworbenen Erkenntnissen kritisch zu betrachten.

Kompetenzförderung:
Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln (Sach- und Methodenkompetenz).
Kooperationsfähigkeit (Sozialkompetenz).

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